
Aus Unnütz wird Hoffnung – unsere ersten Sachgütertransporte
Mit diesem Gedanken begann für uns ein wichtiger Teil der frühen Arbeit in Gambia: Dinge, die in Deutschland nicht mehr gebraucht wurden, sollten dort noch einen sinnvollen Nutzen haben. Unter dem Motto „Aus Unnütz wird Hoffnung“ haben wir damals eigene Flyer verteilt, Sachspenden gesammelt und schließlich komplette Transporte nach Gambia organisiert.
In den Jahren 2018 und 2019 kamen so unter anderem Kleidung, Haushaltswaren, Möbel und Elektrogeräte zusammen. Dafür hatten wir eine eigene Halle, in der die Spenden gesammelt, sortiert und für den Transport vorbereitet wurden. Was nach außen zunächst einfach klingt – Dinge sammeln, Container beladen und verschiffen – entwickelte sich schnell zu einer logistischen und bürokratischen Aufgabe mit erheblichem Aufwand.
Besonders deutlich wurde das bei gebrauchten Elektrogeräten. Jedes Gerät mit Netzstecker musste vor dem Export fachgerecht geprüft werden. Das bedeutete zusätzliche Prüfungen, Dokumentation und Kosten, noch bevor überhaupt etwas verladen werden konnte.
Auch die eigentliche Containerbeladung war streng organisiert. Sobald der Container bereitgestellt wurde, stand nur ein begrenztes Zeitfenster für die Beladung zur Verfügung. Gleichzeitig verlangten die damaligen Zollvorgaben, dass die Verladung unter Aufsicht erfolgte. Dafür musste ein Zollbeamter anwesend sein – gegen eine stundenweise Gebühr plus Anfahrt.
Damit war klar: Der Container konnte nicht einfach über mehrere Tage in Ruhe Stück für Stück vorbereitet werden. Alle Helfer mussten gleichzeitig verfügbar sein, und die Beladung musste möglichst zügig erfolgen, weil jede zusätzliche Stunde weitere Kosten verursachte.
Nach Abschluss der Beladung wurde der Container verplombt. Wäre diese Versiegelung anschließend nochmals geöffnet worden, hätte die Kontrolle erneut erfolgen müssen – im ungünstigsten Fall mit erneuter Entladung, Prüfung und Wiederbeladung.
Ein Teil der Güter wurde in Gambia direkt weitergegeben, andere Dinge wurden vor Ort verkauft. Die daraus erzielten Einnahmen flossen wiederum in unsere damalige Arbeit und unter anderem in die Förderung junger Menschen.
Mit zunehmenden Prüf-, Zoll- und Dokumentationsanforderungen wurde jedoch immer deutlicher, dass der organisatorische und finanzielle Aufwand in keinem sinnvollen Verhältnis mehr zur erreichbaren Wirkung stand. Deshalb haben wir diesen Weg 2019 bewusst beendet.
Was uns geblieben ist: Diese Zeit hat uns früh gezeigt, dass gute Absichten allein nicht reichen. Hilfe muss auch organisatorisch und wirtschaftlich sinnvoll bleiben. Gleichzeitig haben wir dabei praktische Erfahrung über eine komplette internationale Logistikkette gesammelt – von Sammlung und Lagerung über Prüfung und Verladung bis zur Verschiffung, Zollabwicklung und Verteilung in Gambia.
Und wir haben etwas gelernt, das unsere Arbeit bis heute prägt: Nicht daran festhalten, nur weil man einmal damit angefangen hat. Wenn Aufwand und Wirkung nicht mehr zusammenpassen, muss man bereit sein, einen anderen Weg zu gehen.























