Sanyang Safe Birth
Sichere Geburten für über 55.000 Menschen – dort, wo der Weg zur Klinik oft über Leben und Tod entscheidet.
Wenn eine Geburt zur Gefahr wird
In der Region rund um Sanyang ist eine Geburt bis heute keine Selbstverständlichkeit. Für viele Frauen beginnt sie nicht im Kreißsaal, sondern auf dem Weg dorthin – oft auf der Ladefläche einer Eselskarre, ohne medizinische Betreuung und ohne Schutz.
Was für uns undenkbar ist, gehört hier zum Alltag.
Und genau hier setzen wir an.
Sanyang im Wandel
Sanyang ist längst kein abgelegenes Fischerdorf mehr.
In den letzten Jahren hat sich die Gemeinde zu einem der dynamischsten Orte im Westen Gambias entwickelt. Direkt am Coastal Highway gelegen, verbindet Sanyang die dicht besiedelten Küstenregionen mit dem ländlichen Süden – eine Lage, die den Ort zunehmend zum Verkehrsknotenpunkt macht.
Mit dem geplanten Tiefseehafen entsteht hier aktuell ein neues wirtschaftliches Zentrum. Wo früher vor allem Fischerei und Tourismus den Alltag bestimmten, wachsen heute neue Wohngebiete, Gewerbeflächen und Infrastruktur. Menschen aus dem ganzen Land kommen nach Sanyang, in der Hoffnung auf Arbeit und Perspektive.
Doch dieses Wachstum hat eine Kehrseite:
Die Infrastruktur hält mit dieser Entwicklung oft nicht Schritt.
Die Realität hinter den Zahlen
Gambia gehört weltweit zu den Ländern mit einer der höchsten Säuglingssterblichkeitsraten.
Etwa 34 bis 36 Kinder von 1.000 Lebendgeburten sterben, bevor sie ihr erstes Lebensjahr erreichen.
Auch für die Mütter selbst ist eine Geburt mit einem hohen Risiko verbunden.
Internationale Schätzungen gehen von rund 354 Todesfällen pro 100.000 Geburten aus.
Zum Vergleich: In Deutschland liegt dieser Wert bei etwa 4.
Eine Geburt ist hier nicht nur ein Anfang – sondern ein Risiko.
Warum das so ist
Die Ursachen sind nicht kompliziert – aber sie sind massiv:
- fehlende hygienische Standards
- unzureichende medizinische Ausstattung
- lange Wege zur nächsten Klinik
- eine Rettungskette, die oft nicht funktioniert
Selbst vermeidbare Infektionen oder Komplikationen werden so schnell lebensbedrohlich – für Mutter und Kind.










Unser Ansatz: Bestehendes stärken
Wir bauen kein neues System – wir machen das vorhandene funktional.
Hygiene als Grundlage
Saubere Bedingungen retten Leben.
Deshalb sanieren wir die Entbindungsstation nach WASH-Standard, schaffen abwaschbare Oberflächen und sorgen für eine funktionierende Wäscherei, damit sterile Materialien dauerhaft verfügbar sind.


Medizinische Ausstattung
Mit gezielt ausgewählter Ausstattung entsteht eine sichere Basis für die Versorgung.
Dabei setzen wir bewusst auf das Prinzip der angepassten Technologie („Appropriate Technology“):
Technik, die nicht maximal komplex ist, sondern unter den Bedingungen vor Ort zuverlässig funktioniert.

Was in hochspezialisierten Systemen ersetzt wird, kann hier weiterhin sinnvoll eingesetzt werden – vorausgesetzt, es wird sorgfältig geprüft, angepasst und verantwortungsvoll genutzt.
Im Fokus stehen daher Lösungen, die:
- robust
- wartungsarm
- und langfristig einsetzbar sind
Denn entscheidend ist nicht, wie modern ein Gerät ist –
sondern ob es im Alltag tatsächlich funktioniert.
und genau darin liegt oft der größte Unterschied.
Die Rettungskette – oft eine Frage von Minuten
Selbst wenn medizinische Hilfe verfügbar ist, scheitert sie oft an einem entscheidenden Punkt: dem Transport.
In vielen Fällen bedeutet ein Notfall nicht, dass sofort geholfen werden kann.
Sondern: Es muss erst organisiert werden, wie die Patientin überhaupt ins Krankenhaus kommt.
Heute ist es keine Seltenheit, dass im Ernstfall zuerst Geld gesammelt werden muss:
Ein Patient kommt,
legt Geld auf den Tisch,
jemand fährt los, um Treibstoff zu besorgen –
erst dann kann die Fahrt beginnen.
Zeit, die oft über Leben und Tod entscheidet.
Unser Ansatz
Wir sorgen nicht nur dafür, dass eine Ambulanz vorhanden ist – sondern dass sie auch wirklich fährt, wenn sie gebraucht wird.
- mechanische Instandsetzung der Ambulanz
- initiales Budget für Treibstoff
- Aufbau eines nachhaltigen Sprit-Fonds zur Sicherstellung des laufenden Betriebs
Eine Ambulanz allein rettet kein Leben.
Sie muss auch im richtigen Moment einsatzbereit sein.
Verantwortung bei medizinischer Ausstattung
Medizinische Geräte sind mehr als nur Hilfsmittel – sie müssen sicher, geprüft und korrekt eingesetzt werden.
Deshalb kümmern wir uns nicht nur um die Beschaffung, sondern um den gesamten Prozess: von der Auswahl über die Prüfung bis hin zur Dokumentation.
Ein Teil unseres Teams ist speziell im Bereich Medizinproduktesicherheit geschult und stellt sicher, dass die eingesetzten Geräte den notwendigen Standards entsprechen.
Zusammenarbeit vor Ort
Das Projekt entsteht nicht von außen – sondern in enger Abstimmung mit dem Sanyang Major Health Center.
Die Leitung der Einrichtung unterstützt die Maßnahmen aktiv und arbeitet eng mit uns zusammen. Dazu gehören die Koordination mit lokalen Behörden, der Zugang zur Infrastruktur sowie die Zusammenarbeit mit den Teams vor Ort.
Die Wirkung
Mit dem Projekt verbessern wir die medizinische Versorgung für rund 55.000 Menschen im Einzugsgebiet nachhaltig.
- sichere Geburten
- bessere hygienische Bedingungen
- funktionierende Notfallversorgung
Warum das wichtig ist
Es sind nicht immer die großen Dinge.
Manchmal ist es:
- ein sauberes Bett
- sterile Materialien
- eine funktionierende Ambulanz
Dinge, die den Unterschied machen zwischen Risiko und einem sicheren Start ins Leben.
Together for a better future.
