St. Francis School – WASH Project

571 Kinder · 22 Lehrkräfte · 4 Toiletten

Der Ort: Kunkujang Mariama

Kunkujang Mariama liegt im Westen Gambias, im Distrikt Kombo North. Der Ort ist weit über die Region hinaus bekannt – nicht nur als Bildungsstandort, sondern vor allem als spirituelles Zentrum des Landes.

Die St. Francis Gemeinde beherbergt den Schrein „Our Lady of Peace“ (Unsere Liebe Frau vom Frieden), den wichtigsten katholischen Wallfahrtsort Gambias. Mehrmals im Jahr kommen Tausende von Menschen aus dem ganzen Land und den Nachbarregionen hier zusammen.

Gleichzeitig gilt Kunkujang Mariama als Beispiel für das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Glaubensrichtungen. Die christlich geprägten Einrichtungen und Schulen werden von Menschen verschiedener Religionen genutzt und getragen.

Neben dieser religiösen Bedeutung hat sich der Ort in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Während 1993 noch rund 2.600 Menschen hier lebten, waren es 2013 bereits über 9.600. Auf Basis der aktuellen Entwicklung liegt die geschätzte Einwohnerzahl heute bei etwa 16.500 bis 17.500.

Aus einem ländlich geprägten Dorf ist eine wachsende, semi-urbane Siedlung geworden. Die Nähe zum Großraum Serekunda und der Zuzug in die West Coast Region treiben diese Entwicklung weiter an.

Mit diesem Wachstum steigen auch die Anforderungen an Infrastruktur und Versorgung.

Die St. Francis School steht genau in diesem Umfeld.

Die Salesianer vor Ort: Struktur & Verankerung

Seit 2018 sind die Salesianer Don Boscos in Kunkujang Mariama aktiv. Sie haben ihre Mission als Antwort auf den Bedarf der lokalen Gemeinde aufgebaut und prägen seitdem die Entwicklung vor Ort maßgeblich.

Im Zentrum steht die Pfarrei St. Francis von Assisi, die 13 Dorfgemeinden umfasst und von den Salesianern geleitet wird. Darüber hinaus sind sie aktiv in der Seelsorge an Diözesanschulen und begleiten den Bildungsalltag in der gesamten Region.

Ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit ist das Oratorium – ein Jugendzentrum, das Raum für Bildung, Betreuung und Gemeinschaft schafft. Ergänzt wird dies durch den Don Bosco Garten, einen landwirtschaftlichen Ausbildungsbetrieb, der jungen Menschen praktische Fähigkeiten vermittelt und Perspektiven schafft.

Die St. Francis School ist Teil dieses Umfelds. Sie steht nicht isoliert, sondern ist eingebunden in eine gewachsene Struktur aus Bildung, Gemeinschaft und sozialer Entwicklung.

Die enge Zusammenarbeit mit den Salesianern stellt sicher, dass Projekte vor Ort nicht nur umgesetzt, sondern langfristig getragen und weiterentwickelt werden.

Die St. Francis School

Die St. Francis Lower Basic School ist Teil eines gewachsenen Bildungssystems in Kunkujang Mariama. Sie steht in Verbindung mit weiteren St. Francis Schulen in der Region, die von der Grundschule bis zur Oberstufe reichen.

Gegründet wurde die Schule 1971 durch den irischen Priester Jackie Sharpe. Ursprünglich als Boarding School (Internat) konzipiert, war sie von Beginn an darauf ausgelegt, Kindern aus der Region Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Namensgeber ist Franz von Assisi, der für ein einfaches Leben, Gemeinschaft und die Nähe zu den Menschen steht.

Heute werden an der Schule 571 Kinder im Alter von etwa 7 bis 16 Jahren unterrichtet, begleitet von 22 Lehrkräften im Schichtsystem.

Die Schule ist eng mit der christlichen Gemeinde in Kunkujang Mariama verbunden. Von den Schülerinnen und Schülern gehören 269 Kinder – 138 Jungen und 131 Mädchen – dem christlichen Glauben an. Ein bemerkenswerter Anteil in einem Land, in dem nur etwa 4 % der Bevölkerung Christen sind.

Die sanitäre Situation an der Schule

Für die 571 Kinder und 22 Lehrkräfte der St. Francis School stehen derzeit nur vier Toiletten zur Verfügung.

Diese Anlagen sind stark beansprucht und entsprechen nicht mehr den Anforderungen eines geregelten Schulbetriebs. Lange Wartezeiten, fehlende Privatsphäre und eingeschränkte hygienische Bedingungen gehören zum Alltag.

Die Toiletten werden von allen gemeinsam genutzt – eine Trennung nach Geschlechtern gibt es nicht. Zudem sind die Kabinen nicht abschließbar, sodass Privatsphäre und Diskretion kaum möglich sind.

Eine funktionierende Spülung gibt es nicht. Stattdessen steht eine Wassertonne zur Verfügung, aus der das Wasser manuell geschöpft wird.

Auch Möglichkeiten zum Händewaschen fehlen. Es gibt keine festen Handwaschplätze, kein fließendes Wasser und keine verlässliche Versorgung mit Seife.

Gerade für Mädchen wird diese Situation mit Beginn der Pubertät zu einem ernsthaften Problem. In einer Phase, in der Hygiene und ein geschützter Raum besonders wichtig sind, fehlen die notwendigen Voraussetzungen.

Viele Mädchen bleiben in dieser Zeit dem Unterricht fern – nicht aus fehlender Motivation, sondern weil grundlegende Bedingungen nicht gegeben sind.

Die Nutzung ist für viele schwierig. Reinigung und Instandhaltung stoßen an ihre Grenzen, wodurch sich hygienische Risiken erhöhen und Krankheiten leichter verbreiten können.

Der Ansatz: WASH

WASH steht für Water, Sanitation and Hygiene – Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene.

Diese drei Bereiche gehören unmittelbar zusammen. Neue Toiletten allein lösen das Problem nicht, wenn Möglichkeiten zum Händewaschen fehlen, die Wasserversorgung nicht funktioniert oder das entstehende Abwasser nicht sinnvoll behandelt wird.

Deshalb betrachtet das St. Francis School – WASH Project die sanitäre Situation als Ganzes.

Es geht um sichere Toiletten, Privatsphäre und getrennte Bereiche für Mädchen und Jungen. Es geht um sauberes Wasser und funktionierende Handwaschmöglichkeiten. Und es geht um eine Abwasserlösung, die von Anfang an Teil des Projekts ist.

So entsteht keine kurzfristige Einzelmaßnahme, sondern eine Infrastruktur, die den Schulalltag dauerhaft verbessern soll.

Die geplanten Maßnahmen

Aus 4 werden 26.

Geplant ist eine vollständig neue Sanitärstruktur für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Verwaltung.

Vorgesehen sind:

  • 10 Toiletten für Mädchen
  • 4 Toiletten für Jungen
  • 6 Urinale
  • 1 barrierefreie Toilette
  • 5 Toiletten für Lehrkräfte und Verwaltung

Damit entstehen insgesamt 26 sanitäre Einrichtungen.

Ergänzt werden diese durch 17 Handwaschstationen, sodass Händewaschen künftig selbstverständlich zum Schulalltag gehören kann.

Mädchen und Jungen erhalten getrennte Bereiche. Abschließbare Kabinen schaffen Privatsphäre und einen geschützten Raum.

Auch die Bedürfnisse von Menschen mit Einschränkungen werden berücksichtigt. Die barrierefreie Toilette macht die neue Infrastruktur für einen größeren Teil der Schulgemeinschaft zugänglich.

St. Francis School WASH Project – Umbau des bestehenden Toilettengebäudes
Konzeptvisualisierung – geplante Ausführung. Die endgültige Umsetzung kann in Details abweichen.

Lehrkräfte und Verwaltung erhalten eigene sanitäre Einrichtungen. Damit wird eine Situation beendet, in der 571 Kinder und 22 Lehrkräfte auf dieselben vier bestehenden Toiletten angewiesen sind.

Von der Planung zur Umsetzung

Grundriss Neubau
Grundriss Neubau
Grundriss Umbau des bestehenden Toilettengebäudes
Grundriss Umbau des bestehenden Toilettengebäudes
St. Francis School WASH Project – geplanter Neubau
Konzeptvisualisierung – geplante Ausführung. Die endgültige Umsetzung kann in Details abweichen.

Abwasser und Nachhaltigkeit

Ein Sanitärprojekt endet nicht an der Toilettentür.

Deshalb wird auch die Behandlung des Abwassers von Anfang an mitgedacht.

Für die St. Francis School ist ein Imhoff-System vorgesehen. Es bildet einen wichtigen Bestandteil der zukünftigen Sanitärinfrastruktur und sorgt dafür, dass die neue Anlage nicht nur genutzt werden kann, sondern auch eine langfristige Lösung für das entstehende Abwasser erhält.

Für uns bedeutet Nachhaltigkeit nicht nur, etwas Neues zu bauen.

Eine Lösung muss zu den Bedingungen vor Ort passen, langfristig betreibbar sein und in bestehende Strukturen eingebunden werden.

Genau deshalb ist die Zusammenarbeit mit der Schule, den Salesianern Don Boscos und den Menschen vor Ort ein zentraler Bestandteil des Projekts.

Umsetzung vor Ort

Die Helping Hands Academy e.V. arbeitet bei diesem Projekt eng mit den Verantwortlichen vor Ort zusammen.

Die Salesianer Don Boscos und die St. Francis School kennen den Schulalltag, die Bedürfnisse der Kinder und die örtlichen Bedingungen. Gleichzeitig bestehen vor Ort gewachsene Strukturen, die über die eigentliche Bauphase hinausreichen.

Diese lokale Verankerung ist für uns entscheidend.

Wir möchten keine Infrastruktur schaffen, die nach einer Übergabe sich selbst überlassen bleibt. Planung, Umsetzung, Nutzung und langfristige Verantwortung müssen zusammengedacht werden.

Die Helping Hands Academy e.V. begleitet das Projekt und verbindet dabei Unterstützung aus Deutschland mit den bestehenden Strukturen in Gambia.

So entsteht das Projekt nicht von außen, sondern gemeinsam mit den Menschen, die die Anlage später täglich nutzen und tragen werden.

Die Wirkung

Das St. Francis School – WASH Project schafft weit mehr als zusätzliche Toiletten.

Für 571 Kinder und 22 Lehrkräfte entstehen erstmals sanitäre Bedingungen, die der Größe der Schule deutlich besser entsprechen.

Getrennte Bereiche schaffen mehr Privatsphäre und Sicherheit.

Abschließbare Kabinen geben Kindern und insbesondere älteren Mädchen den geschützten Raum, der heute fehlt.

Die 17 Handwaschstationen schaffen die Voraussetzungen dafür, dass regelmäßiges Händewaschen fester Bestandteil des Schulalltags werden kann.

Eine barrierefreie Toilette verbessert die Zugänglichkeit.

Eigene Einrichtungen für Lehrkräfte und Verwaltung entlasten die gesamte Sanitärstruktur.

Und die geplante Abwasserbehandlung sorgt dafür, dass nicht nur an den Bau, sondern auch an die langfristige Nutzung gedacht wird.

Besonders für Mädchen können sichere und hygienische Sanitäranlagen einen entscheidenden Unterschied machen. Wenn während der Pubertät Privatsphäre und grundlegende hygienische Bedingungen fehlen, kann dies unmittelbar Einfluss auf den regelmäßigen Schulbesuch haben.

Gute Sanitärversorgung ist deshalb nicht nur eine Frage von Hygiene.

Sie betrifft

Gesundheit, Würde, Bildung und Chancengleichheit.

Aus 4 werden 26.

Eine vergleichsweise einfache Zahl – aber dahinter steht eine grundlegende Veränderung des Schulalltags für Hunderte Kinder.

Unterstützung

Dieses Projekt kann nur umgesetzt werden, wenn Menschen bereit sind, es gemeinsam mit uns möglich zu machen.

Dabei muss Unterstützung nicht immer groß sein.

10 Euro sind schnell ausgegeben. Hier schaffen sie ein Stück Würde.

Mit Ihrer Spende helfen Sie uns, sichere Toiletten, funktionierende Handwaschmöglichkeiten und eine nachhaltige Sanitärlösung für 571 Kinder und 22 Lehrkräfte möglich zu machen.

Jeder Beitrag bringt uns der Umsetzung ein Stück näher.

Und auch wer nicht spenden kann, kann helfen: Erzählen Sie von unserem Projekt, teilen Sie unsere Arbeit oder machen Sie andere Menschen auf die Helping Hands Academy e.V. aufmerksam.

Denn Sichtbarkeit schafft neue Möglichkeiten.

Gemeinsam entsteht so Unterstützung, die nicht nur ankommt, sondern bleibt.

Jetzt helfen

Together for a better future.